Dichtwände zur Deponie­umschließung

Baumaßnahme

Dichtwände zur Deponieumschließung

Aufgabe

Altlasten stellen im Hinblick auf eine mögliche Beeinträchtigung unseres Trinkwassers ein erhebliches Umweltrisiko dar. Zahllose Altdeponien, Altablagerungen und industrielle Altstandorte bedürfen daher einer umweltgerechten und ingenieurmäßigen Behandlung.

Eine häufig angewandte Methode ist die Einkapselung der Altlast mit Dichtwänden. Damit wird erreicht, dass Schadstoffaustritte aus den kontaminierten Bereichen in das umgebende Grundwasser weitgehend unterbunden werden. Oft wird diese Maßnahme mit einer gezielten Grundwasserabsenkung innerhalb des (geschlossenen) “Dichtwandtopfes“ gekoppelt. Außerdem wird der Zutritt von Grundwasser in die Altlast minimiert.

Auch zur zeitlich befristeten Einkapselung von Altlasten sind die Dicht- beziehungsweise Schmalwände eine sinnvolle und wirtschaftliche Lösung.

Wichtige Anforderungen an das Dichtwandmaterial (DWM) sind dabei folgende:

  • Beständigkeit gegen betonaggressive Substanzen – hierfür ist eine Eignungsprüfung unter Berücksichtigung standortspezifischer Einflüsse auf das DWM erforderlich
  • gezielt steuerbare Rheologie der Suspension zur Stützung des Schlitzes,
  • ausreichende Verarbeitungszeit, d. h. die Suspension sollte pumpbar bleiben, möglichst schnell aus dem Greifer abfließen, und sie darf nicht vor der Beendigung der Aushubarbeiten erstarren,
  • geringe Wasserdurchlässigkeit (niedrige k-Werte),
  • ausreichende Festigkeit,
  • Erosionsstabilität: an der Grenzfläche Dichtwand/Boden sollte es zu keiner Kontakterosion kommen,
  • Umweltverträglichkeit: der mit der Dichtwandmasse vermischte Bodenaushub muss sich problemlos entsorgen lassen,
  • ausreichende Wasserundurchlässigkeit und Festigkeit auch bei verzögernd wirkenden Böden und Wässern (innerhalb bestimmter Grenzen).

Verfahren

Der Aushub des Schlitzes kann durch Tieflöffelbagger, Schlitzwandgreifer oder Schlitzwandfräsen erfolgen. Während des Aushubs muss die Suspension kontinuierlich als Stützflüssigkeit in den bearbeiteten Abschnitt gepumpt werden.

Beim Pilgerschrittverfahren werden vorauseilend Primärlamellen und nachfolgend Sekundärlamellen hergestellt. Sind die Primärlamellen so weit erhärtet, dass sie ausreichend standsicher sind, kann mit dem Aushub der Sekundärlamellen begonnen werden. Dabei sollte eine ausreichende Überschneidung benachbarter Lamellen sichergestellt sein.

Beim so genannten "Endlosschlitz" wird der suspensionsgestützte Schlitz kontinuierlich ausgehoben.

Zur Optimierung der Suspensionseigenschaften muss die Baugrundbeschaffenheit bekannt sein.

Zur Bestimmung der geeigneten Dichtwandmischung, der Wandtiefe und -breite sowie des geeigneten Bauverfahrens müssen neben der Beschaffenheit des anstehenden Bodens auch Art und Umfang der Kontamination bekannt sein.

Die Prüfung der geforderten Dichtigkeit und Festigkeit sollte an Proben der erhärteten Dichtwandmasse erfolgen.

Dichtwandmassen mit hydraulischen Bindemitteln haben sich auch im Schlitzwandbau seit Jahren bewährt. Heute kommen überwiegend Trockenfertigmischungen zur Anwendung, die an der Baustelle nur noch mit Wasser hochtourig aufgerührt werden und sofort einsetzbar sind.

Produkt

Für Dichtwände zur Umschließung von Altlasten bietet Dyckerhoff die Produktfamilie SOLIDUR® an. Dyckerhoff SOLIDUR® besteht aus Bindemitteln, die hüttensandreich mit geeigneten Tonkomponenten rezeptiert sind. Die Rezeptur der Trockenfertigmischung SOLIDUR® ist ggf. im Einzelfall durch Eignungsprüfungen zu finden bzw. zu optimieren. Dyckerhoff SOLIDUR® hat sich bei zahlreichen Altlasten- und Deponie-Objekten bewährt.

Die Vorteile von Dyckerhoff SOLIDUR® sind:

  • Rezeptierung im Einzelfall im Hinblick auf die spezifischen Anforderungen,
  • hohe Beständigkeit gegenüber bestimmten chemischen Angriffen,
  • keine Freisetzung umweltrelevanter Inhaltsstoffe, die das Grundwasser gefährden oder den zu deponierenden Bodenaushub belasten (Gutachten Hygiene-Institut Gelsenkirchen; Schlitzwandaushub, der mit SOLIDUR®-Suspension angereichert wurde, kann – sofern der Boden nicht kontaminiert ist – mit geeigneten Verfahren aufbereitet und, z. B. als mineralisches Oberflächenabdichtungsmaterial, wiederverwendet werden,
  • hohe Erosionsstabilität nach der Aushärtung,
  • einfache Baustelleneinrichtung, da Dyckerhoff SOLIDUR® vor Ort nur noch nach einem vorgegebenen Mischungsverhältnis mit Wasser hochtourig aufgemischt werden muss und sofort verarbeitet werden kann.

SOLIDUR®-Produkte für Dichtwände im Einphasen-Schlitzwandverfahren:

  • Dyckerhoff SOLIDUR® 271
  • Dyckerhoff SOLIDUR® 274 RV
  • Dyckerhoff SOLIDUR® 274 S
  • Dyckerhoff SOLIDUR® 275

Durch unser leistungsfähiges Labor sind wir in der Lage, SOLIDUR® auf Ihre spezifischen Anforderungen hin zu optimieren.

Bitte sprechen Sie uns bereits in der Planungsphase an.

Dokumente

Datenblatt SOLIDUR® Dichtwandfertigmischungen