Schmalwände

Baumaßnahme

Schmalwände

Aufgabe

Schmalwände haben ihr Haupteinsatzgebiet im Wasserbaulichen Grundbau als Kerndichtung von Hochwasserdämmen und Deichen. Außerdem werden sie im Rückstauraum von Wasserkraftwerken als Dichtwand-System eingesetzt.

Ein weiteres Einsatzgebiet ist die Umschließung von Trinkwasserreservoirs, um sie vor Verunreinigung zu schützen. Als Baugrubenumschließung geböschter Baugruben können Schmalwände ebenfalls eingesetzt werden. Vielfach werden temporäre Abdichtungsmaßnahmen in der Schmalwand-Bauweise hergestellt.

An Schmalwandmassen aus hydraulischen Bindemitteln, Steinmehlen und Tonen werden folgende Anforderungen gestellt:

  • hohe Stabilität der Suspension und anforderungsgerechte Festigkeit der erhärteten Masse,
  • hohe Fließgrenze, damit bei feinkörnigen Böden beim Ziehen der Bohle kein Zurückfließen des Bodens die Schmalwand teilweise unterbrechen kann (Fensterbildung),
  • trotz der hohen Suspensionsdichte Gewährleistung einer ausreichenden Pumpfähigkeit der Suspension,
  • niedrige Wasserdurchlässigkeit (niedrige k-Werte).
  • Von der Schmalwand sollten keine negativen Auswirkungen auf das Grundwasser ausgehen.

Verfahren

Im Gegensatz zu Schlitzwänden werden Schmalwände ohne Bodenaushub erstellt. Ein Stahlprofilträger wird eingerammt oder eingerüttelt, wodurch der anstehende Boden verdrängt wird. Beim Ziehen der Bohle wird der entstandene Hohlraum mit Suspension verfüllt. Eine fortlaufende Dichtwand entsteht durch Aneinanderreihen einzelner, sich überlappender Stiche. Die Dicke der Schmalwand liegt in der Regel zwischen 5 und 20 cm. Schmalwände können auch mit dem Hochdruckinjektionsverfahren (HDI) hergestellt werden.

Zur Optimierung der Suspensionseigenschaften muss die Baugrundbeschaffenheit bekannt sein.

Die Prüfung der geforderten Dichtigkeit und Festigkeit sollte an Proben der erhärteten Schmalwandmasse erfolgen.

Schmalwandmassen mit hydraulischen Bindemitteln haben sich seit vielen Jahren bewährt.

Heute kommen überwiegend Trockenfertigmischungen zur Anwendung, die an der Baustelle nur noch mit Wasser hochtourig aufgerührt werden und sofort einsetzbar sind.

Produkt

Dyckerhoff bietet für den Bau von Schmalwänden zwei Produkt-Konzepte aus dem SOLIDUR®-Programm an. Sie bestehen aus hüttensandreichem Bindemittel und speziellen Tonen (Schmalwand-Compound) oder enthalten zusätzlich mineralische Füllstoffe (Fertigmischung).

Dyckerhoff SOLIDUR® ermöglicht ausreichend niedrige k-Werte. Es bestehen keine Bedenken für den Einsatz in Wasserschutzgebieten, da SOLIDUR® keine umweltrelevanten Inhaltsstoffe freisetzt. Als Fertigmischung ist SOLIDUR® auf der Baustelle leicht zu handhaben und nach dem Dispergieren in Wasser sofort verarbeitbar. SOLIDUR® kann auf die Bedingungen vor Ort individuell abgestimmt werden, um optimale Ergebnisse zu erzielen. SOLIDUR® wurde speziell im Wasserbau bereits vielfach im In- und Ausland erfolgreich eingesetzt. SOLIDUR® unterliegt einer ständigen Qualitätskontrolle und wird von unabhängigen Instituten überprüft.

SOLIDUR®-Schmalwandmischungen:

  • Dyckerhoff SOLIDUR® 273 Standard-Schmalwandfertigmischung
  • Dyckerhoff SOLIDUR® 274 C als Compound ohne mineralische Füllstoffe; diese werden auf der Baustelle zugemischt

Dokumente

Datenblatt SOLIDUR® Schmalwandmassen
Datenblatt HDI-Binder